Olympische Spiele 2024: Ela Aydin über ihre sportlichen Ziele im Taekwondo

Taekwondoka Ela Aydin zu Gast bei der Steilvorlage

23 Jahre alt, 11 deutsche Meisterschaftstitel, fünf Europameisterschafts- und eine Weltmeisterschaftsmedaille im Taekwondo. Für ihren Traum von einem Titel und der Qualifizierung für die Olympischen Spiele 2024 in Paris ist Ela Aydin von München nach Nürnberg gezogen und richtet ihr Leben nach dem Sport. Eine inspirierende junge Athletin zu Gast in der Steilvorlage. 

Mit Disziplin und Ehrgeiz zum Ziel 

Seit Februar 2022 lebt die Münchnerin Ela Aydin in Nürnberg, um ihre sportlichen Ziele zu verfolgen: Sie möchte Titel im Taekwondo gewinnen und ein direktes Ticket zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Seit 2017 ist Ela in der Sportfördergruppe der Bundeswehr und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Auf dem Bundesstützpunkt für Taekwondo in Langwasser trainiert sie täglich 2-3-mal für 1,5-2 Stunden, um ihrem Traum näher zu kommen. Als Athletin im Taekwondo hat man eine ausgefüllte 7-Tage-Woche. Von Montag bis Donnerstag mehrmals täglich Training, Freitag Anreise, Samstag Wiegen und Sonntag Wettkampf. Dann beginnt alles wieder von vorne. Da man sich im Taekwondo über ein Punktesystem für ein direktes olympisches Ticket qualifiziert und das nur den Top Athleten und über zahlreiche Wettkämpfe gelingt, ist beinahe jedes Wochenende ein Wettkampfwochenende. Zeit zum Entspannen bleibt da meist nur auf den Rückflügen.

Vom ehrgeizigen Kind zur erfolgreichen Athletin


Seit ihrem 5. Lebensjahr ist Ela Aydin im Taekwondo aktiv. Was als Ausgleich für ein energiegeladenes Kind anfing, wurde schnell zur Leidenschaft. Durch ihren Vater, der heute auch ihr Trainer ist, ist sie zum Sport gekommen. Schnell hat sie als Kind Gefallen daran gefunden und bereits mit 6 Jahren ihren ersten Wettkampf absolviert. Durch die ersten Erfolge, den Ehrgeiz, den sie bereits als Kind an den Tag legte, und die Unterstützung ihres Vaters wurde schnell klar: Sie möchte als Athletin ihren Weg in diesem Kampfsport machen. 

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Taekwondoka: Das tun, was man liebt 

Im Sommer nach der Schule nicht direkt ins Schwimmbad und am Wochenende nicht auf jeder Geburtstagsparty, sondern ins Training oder auf den Wettkampf. Wer sich dazu entscheidet eine Einzelsportart professionell zu verfolgen, muss manchmal Opfer bringen. Das bedeutet aber nicht, dass man keine gute Zeit haben kann. Man verwächst mit dem Verein, hat trotz des Ehrgeizes Spaß am Sport und vor allem ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. Man merkt schnell, auf wen man sich verlassen kann und weiß den Rückhalt von Freunden und Familie zu schätzen, die immer Verständnis dafür haben, dass man ein Training nicht einfach mal ausfallen lassen kann. Wenn man das tut, was man liebt, entscheidet man sich immer wieder gerne dafür! 

Kampfsport und Gewicht

Bei diesem Thema sind, gerade im Kampfsport, viel Zeit und Geduld gefragt. Da im Taekwondo nur jede zweite der 8 Gewichtsklassen olympisch ist, muss man sich als Athletin entscheiden, ob man Gewicht cutten, also abnehmen, oder aufbauen, also zunehmen möchte. Ela aAydin hat sich für die Gewichtsklasse bis 49kg entschieden und muss von ihrem momentanen Kampfgewicht von 53kg mindestens 4kg verlieren. Neben dem Training, Physioeinheiten, die oft anstrengend und nicht immer angenehm sind und Wettkämpfen, nimmt das Thema Gewicht und Ernährung viel Zeit in Anspruch. Am Ende zählt nur der Moment auf der Waage am Tag vor dem Wettkampf. Wenn allerdings gerade keine dieser Phasen ist, kommen gerne auch mal Süßigkeiten in Maßen auf den Tisch. 

Wie sehr leidet die Form unter der Corona-Pandemie?

Die Trainingshallen waren gesperrt, lange Zeit alle Wettkämpfe abgesagt. Wie behält man da die Form und die Ruhe? Zuerst versucht man es mit Ausweichtraining, also Laufen, Training mit körpereigenem Gewicht und allem, was man zu Hause machen kann. Irgendwann reicht das aber nichtmehr und man will den Alltag zurück. So wurde aus dem Keller kurzerhand ein Taekwondoraum, in dem man trainieren konnte. Durch fehlende Wettkämpfe und Routinen hat man trotzdem einen Unterschied gespürt. Heute, auch durch die Zentralisierungsmaßnahmen des Taekwondo Verbands in diesem Jahr, befindet sich Ela in ihrer besten Form. Sie ist in der olympischen Weltrangliste in den Top 5 und so fit wie noch nie.  

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Ziele für die Taekwondoka

Ela hat bereits zahlreiche Medaillen gewonnen, allerdings fehlt noch ein Titel. Im Mai hat sie in Manchester bei der Europameisterschaft die Chance dazu. Außerdem ganz oben auf der Liste: Die Niederlage in der Qualifizierung, um einen olympischen Startplatz auszuradieren. Beim letzten Mal ist sie knapp im Halbfinale des Qualifikationsturniers gescheitert. Trotz der Enttäuschung über die Niederlage – zu sehen, dass ihre Gegnerin bei Olympia eine Medaille gewonnen hat, hat Ela extreme Motivation für den nächsten Zyklus gegeben. Ihr Motto: mit ein bisschen mehr Arbeit, kann alles möglich werden. Bei einer Teilnahme an den Olympischen Spielen in Paris könnten Freunde und Familie sogar im Publikum sitzen und die extra Motivation und Unterstützung geben. Diesen Traum möchte Ela um jeden Preis verwirklichen. 

Warum hemmt Angst vor dem Verlieren eher, als dass sie pusht? Hat Ela einen ihrer Taekwondo Moves bereits außerhalb der Matte anwenden müssen? Was schätzt sie an Nürnberg besonders? Die Antworten auf diese Fragen und interessante Fakten zum Kampfsport Taekwando, könnt ihr im Podcast nachhören. 

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