Warum Nachhaltigkeit für Unternehmen immer wichtiger wird

Ökostrom, Fahrradfahren, Secondhand-Shopping, Unverpackt-Läden, Fleischverzicht … die Liste an Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit, die wir nach und nach immer mehr in unseren Alltag und unsere Konsumentscheidungen einbeziehen, könnten wir wohl noch ewig fortsetzen. Während viele dieser Entscheidungen primär unseren eigenen Lebensstil betreffen, haben sie sekundär doch weitreichende Auswirkungen auf unser Umfeld – insbesondere auf die Wirtschaft. 

Denn schon lange achten wir nicht mehr nur darauf, was wir kaufen, sondern auch, von wem wir es kaufen. Umweltfreundliche Unternehmen, die Haltung zeigen und sich für gesellschaftliche und ökologische Themen einsetzen, genießen vor allem in jungen Zielgruppen, die verstärkt Wert auf Naturschutz und soziales Engagement legen, ein hohes Ansehen – und zwar nicht nur als bevorzugte Marke für den Einkauf, sondern auch als attraktiver Arbeitgeber. Daher ist nachhaltiges Handeln und die Umstrukturierung von Prozessen und Geschäftsbeziehungen ein essenzieller Aspekt für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. In diesem Artikel geben wir euch einen Überblick über die Thematik.

Was ist Corporate Social Responsibilty?

Wir würden nicht im 21. Jahrhundert leben, wenn es für die Bemühungen rund ums Thema verantwortungsvolles Wirtschaften kein englisches Buzzword gäbe: Der Begriff Corporate Social Responsibility, abgekürzt CSR, beschreibt genau diese Maßnahmen. Dabei handelt es sich also um nachhaltige Unternehmensführung in Bezug auf soziale, ökologische und wirtschaftliche Bereiche, auch über gesetzliche Vorschriften hinaus. Zu CSR gehören neben den eher offensichtlichen Maßnahmen wie Ressourcenschonung und Klimaschutz z. B. auch regionale Handelspartner oder eine inklusive Personalpolitik. 

Allerdings ist es für viele Unternehmen eine Herausforderung, das Thema Nachhaltigkeit in bestehende Produktportfolios, Lieferketten oder interne Prozesse zu integrieren. Nicht selten scheuen sich Entscheider, funktionierende Abläufe zu verändern, wenn sie keine absolute Dringlichkeit sehen – und leider ist das Thema CSR aktuell in vielen Augen nur ein Nice-to-have. Dennoch gibt es auch in unserer Region einige Vorreiter-Unternehmen, die als Paradebeispiel für eine erfolgreiche Corporate Social Responsibility Strategie betrachtet werden können.

 

Drei CSR-Benchmarks rund um Nürnberg

Am 22. September 2020 gab es in Neumarkt i. d. Opf. allen Grund zum Jubeln: Denn an diesem Tag zeichnete die deutsche Bundesregierung den Getränkehersteller Neumarkter Lammsbräu mit dem CSR-Preis in der Kategorie „Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten“ aus. Absolut verdient, denn das Nachhaltigkeitskonzept des Unternehmens reicht von der Förderung von Naturschutz und Artenvielfalt über die Einhaltung von Qualitäts- und Sozialstandards bis hin zur Ausrichtung des gesamten Produktportfolios.

Der Sportartikel-Gigant Adidas darf in unserer Aufzählung natürlich nicht fehlen. Zu den CSR-Maßnahmen des Unternehmens in Herzogenaurach gehört zum Beispiel seit mehr als 5 Jahren die Produktion der Parley-Produkte, welche zum Teil aus recyceltem Plastikmüll bestehen. Wie sich die Nachhaltigkeitsstrategie von Adidas seit 1989 entwickelt hat, könnt ihr auf der offiziellen Website in einem Zeitstrahl nachverfolgen.

Auch die DATEV mit Sitz in Nürnberg verfolgt bereits seit 2001 feste Nachhaltigkeitsleitlinien, die auf der Website öffentlich einsehbar sind. Das Softwarehaus legt großen Wert auf Umweltschutz und achtet beispielsweise darauf, die Energieeffizienz in allen Unternehmensbereichen laufend zu optimieren. Auch im Personalmanagement spielt CSR eine große Rolle, weshalb die DATEV-Mitarbeiter Firmentickets für die ÖPNV und Zugang zu Mietfahrrädern erhalten.

Euch interessiert das Thema Corporate Social Responsibility? Die Stadt Nürnberg unterstützt das Bestreben nach CSR in der regionalen Wirtschaft und hat in diesem Sinne bereits 2011 das CSR-Netzwerk „Unternehmen Ehrensache“ gegründet. Am 30. Oktober findet der dritte Nürnberger CSR-Tag statt – dieses Mal in virtueller Form. Hier könnt ihr euch dazu anmelden.

Christina Rott

RUN Blog-Redakteurin